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Lesedauer: 5 min 07.11.2025

Inspirations-Werkstatt WEtell

Wo Transparenz, Vertrauen und Verantwortung kein Widerspruch sind

Was wäre, wenn ein Unternehmen nicht trotz seiner Werte erfolgreich ist, sondern genau deswegen? Diese Frage begleitete 15 Unternehmer:innen zu WEtell nach Freiburg. Dorthin, wo Alma Spribille gemeinsam mit drei Mitgründer:innen die Mobilfunkbranche aufmischt: mit dem Beweis, dass auch hier Unternehmen nicht nur für den eigenen Vorteil, sondern für das Gemeinwohl wirtschaften können

Manche Unternehmen überraschen einen von der ersten Minute an. WEtell ist so eines. Was Alma Spribille und ihr Team in Freiburg aufgebaut haben, ist ein konsequent anderes Unternehmensmodell von Grund auf: WEtell setzt auf Werteorientierung statt Profitmaximierung, ist Teil der Gemeinwohl-Ökonomie und hat das Unternehmen in Verantwortungseigentum überführt. Als erster nachhaltiger Mobilfunkanbieter Deutschlands zeigt WEtell, dass selbst in einer Branche, die lange als unveränderbar galt, ein anderes Wirtschaften möglich ist.

Genau deshalb war es der richtige Ort für die KU Inspirations-Werkstatt: Hier lässt sich gemeinwohlorientiertes Unternehmertum nicht nur denken, man kann es in jeder Struktur, jeder Entscheidung und jeder Begegnung spüren.
Alma Spribille öffnete den Tag mit einer Offenheit, die den Ton setzte: keine Hochglanzpräsentation, sondern ein ehrlicher Einblick in den Aufbau einer partizipativen Unternehmenskultur, mit allem, was dazugehört. Wie entstehen faire und transparente Gehaltsstrukturen, die echtes Vertrauen schaffen? Wie lässt sich ein Unternehmen so organisieren, dass Verantwortung und Freiheit nicht im Widerspruch stehen, sondern einander bedingen? Und wie gelingt es, Unternehmertum als höchste Form des Aktivismus zu begreifen, als aktive Stimme für einen fairen und ökologischen Wandel weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus?

Diese Fragen wurden nicht abstrakt diskutiert, sondern anhand ganz konkreter Entscheidungen aus dem WEtell-Alltag greifbar gemacht von der Organisationsstruktur nach dem Viable System Model bis hin zu agilen Arbeitsprinzipien, die mehr sind als Methoden: eine Haltung des Vertrauens, der Offenheit und der kollektiven Weiterentwicklung. Dazwischen immer wieder: Raum für echten Erfahrungsaustausch. In kleiner Runde, auf Augenhöhe, mit Unternehmer:innen aus völlig unterschiedlichen Branchen, die plötzlich dieselben Grundsatzfragen stellen.

Alma Spribille
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Alma Spribille

Gründerin & Geschäftsführerin, WEtell

Alma Spribille bringt Erfahrungen aus der Wissenschaft und Forschung in die unternehmerische Praxis ein, um die nachhaltige Transformation in der Wirtschaft voranzutreiben.
2019 gründete sie gemeinsam mit Andreas Schmucker und Nico Tucher den nachhaltigen und fairen Mobilfunkanbieter WEtell, bei dem sie seitdem als Geschäftsführerin tätig ist. Parallel dazu engagiert sie sich seit 2021 als Vorständin im Bundesverband nachhaltige Wirtschaft e.V., wurde 2022 von Robert Habeck in den Mittelstandsbeirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz berufen und ist Botschafterin der Gemeinwohl-Ökonomie.

Vor der Gründung von WEtell war Alma 12 Jahre lang in der Solarzellenforschung am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme tätig. Ihre Leidenschaft für Nachhaltigkeit begann bereits in ihrem Studium des Energie- und Umweltmanagements in Flensburg.

Die Gründung von WEtell war für Alma vor allem eine Möglichkeit, die Wirkung ihres Handelns zu verstärken: „Mit WEtell kann ich mehr Menschen direkter erreichen und den ökologischen und sozialen Wandel in der Wirtschaft gezielt vorantreiben.“

© WEtell

Alma Spribille

Gründerin & Geschäftsführerin, WEtell

Alma Spribille bringt Erfahrungen aus der Wissenschaft und Forschung in die unternehmerische Praxis ein, um die nachhaltige Transformation in der Wirtschaft voranzutreiben.
2019 gründete sie gemeinsam mit Andreas Schmucker und Nico Tucher den nachhaltigen und fairen Mobilfunkanbieter WEtell, bei dem sie seitdem als Geschäftsführerin tätig ist. Parallel dazu engagiert sie sich seit 2021 als Vorständin im Bundesverband nachhaltige Wirtschaft e.V., wurde 2022 von Robert Habeck in den Mittelstandsbeirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz berufen und ist Botschafterin der Gemeinwohl-Ökonomie.

Vor der Gründung von WEtell war Alma 12 Jahre lang in der Solarzellenforschung am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme tätig. Ihre Leidenschaft für Nachhaltigkeit begann bereits in ihrem Studium des Energie- und Umweltmanagements in Flensburg.

Die Gründung von WEtell war für Alma vor allem eine Möglichkeit, die Wirkung ihres Handelns zu verstärken: „Mit WEtell kann ich mehr Menschen direkter erreichen und den ökologischen und sozialen Wandel in der Wirtschaft gezielt vorantreiben.“

Die gemeinsame Zeit bei WEtell hat nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch konkrete Denkanstöße geliefert, die weit über den Tag hinaus wirken. In intensiven Gesprächen, praxisnahen Einblicken und einem offenen Erfahrungsaustausch sind Erkenntnisse entstanden, die wir als Orientierung für ein zukunftsfähiges Unternehmertum mitnehmen:

  • Transparenz schafft Vertrauen: Faire und transparente Gehaltsstrukturen fördern Gleichberechtigung, Wertschätzung und ein tiefes Vertrauensverhältnis im Team – eine Basis, auf der echte Selbstverantwortung und ein wirksames Miteinander wachsen können.

  • Organisations-Strukturen als lebendiges System: Organisations-Strukturen nach dem Viable System Model ermöglichen Selbstorganisation, inhaltliche Befähigung, Klarheit und Anpassungsfähigkeit – ein Modell, das innere Dynamiken ermöglicht und Wandel lebendig hält.

  • Agilität als Kulturmerkmal: Agiles Arbeiten bedeutet hier mehr als Methoden – es steht für eine Haltung des Vertrauens, der Offenheit und der kollektiven Weiterentwicklung. Verantwortung wird geteilt, Entscheidungen entstehen dort, wo das Wissen und die Erfahrung liegt.

  • Unternehmertum als Aktivismus: WEtell zeigt, dass Wirtschaft politisch ist. Wer Unternehmertum als Stimme für gesellschaftlichen Wandel begreift, nutzt seine Position, um faire Rahmenbedingungen und echte Nachhaltigkeit aktiv mitzugestalten.

  • Werte in Strukturen verankern: Verantwortungseigentum und Gemeinwohlbilanz sind keine Symbole. Sie sind die strukturelle Absicherung dessen, wofür ein Unternehmen steht, heute und für kommende Generationen.